
mangelhafte Ware während des Sezessionskrieges lieferten (z.B. Sägemehl statt Schießpulver), auf die Schliche zu kommen.
1989 trat ein Whistleblower Protection Act für öffentlich Bedienstete in Kraft. Die USA haben sogar Whistleblower Schutzgesetzgebung für Mitarbeiter von Nachrichtendiensten (Intelligence Community Whistleblower Protection Act of 1998); dieser folgte der National Security Agency (NSA) Mitarbeiter Thomas Drake, der 2005 Informationen über Verschwendung und Missmanagement innerhalb der NSA schließlich der Zeitung „Baltimore Sun“ übergab.
Mehrere Wirtschaftsskandale, insbesondere der Enron Skandal, haben den US Kongreß dann im Jahre 2002 zur Verabschiedung einer Whistleblowing Gesetzgebung für Aktiengesellschaften veranlasst:
§ 301-4 des sogenannten Sarbanes-Oxley Act (SOX) verfügt, dass Mitarbeiter börsennotierter Unternehmen die Möglichkeit haben müssen, im Wege eines vertraulichen und anonymen Verfahrens, fragwürdige Rechnungslegungen und -prüfungen zu melden.
Gleichzeitig wurde durch SOX das US Bundesstrafrecht dahingehend geändert, dass Racheakte gegenüber Personen, die der Exekutive Delikte melden, unter Strafe gestellt werden. Whistleblower sollen für den daraus resultierenden Benachteiligungen entschädigt werden (U.S. Code, Title 18, § 1513 (e) und 1514A).
Am 25. Mai 2011 hat die US Börsenaufsichtsbehörde, die Security and Exchange Commission, Whistleblowingregeln zum Schutz von Whistleblowern und deren Belohnung erlassen, die am 12. August 2011 in Kraft traten (siehe Blogeintrag vom 24. August 2011).
Daneben verfügen die USA über eine Reihe sektoraler Whistleblower Schutzregelungen wie z.B. im Bereich der Atomindustrie oder der Öl Pipelines.
Insider, die illegale Praktiken ihrer Unternehmen aufdecken, können großen Schaden von der Gesellschaft abwenden, etwa wenn Sie im Pharmabereich den Verkauf gesundheitsgefährdender Medikamente ans Tageslicht bringen. Auch Verkaufstaktiken wie etwa das Versprechen oder Gewähren materieller Anreize an Ärzte, damit sie die Produkte bestimmter Pharmaunternehmen vorschreiben, sind nicht akzeptabel und müssen aufgedeckt werden.
In den U.S.A. wird das Anzeigen von Betrug - sprich überhöhte Rechnungen - von Auftragnehmern der Bundesregierung dadurch gefördert, dass Whistleblowern rund 15 bis 25 Prozent der eingebrachten Schadenersatzsumme erhalten können. Dabei handeln die Whistleblower im Auftrag der Regierung. Solche Ergreifungsprämien für Betrüger sollen dazu beitragen, eine Änderung der Unternehmenskultur herbeizuführen.
So erhielten John Kopchinski und fünf weitere Mitarbeiter der weltweit größten Pharmafirma Pfizer im Jahre 2009 mehr als US-$ 102 Mio. dafür, dass sie illegale Praktiken ihres Unternehmens aufzeigten. Im Fall der Pharmafirma GlaxoSmithCline erhielt die Whistleblowerin Cheryl Eckard US-$ 96 Mio.
Ermöglicht wurde dies durch die Bestimmungen des False Claim Acts (31 U.S.C. Sections 3729-33).







